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Interview mit Daniel Haas - Kyosho PDF Drucken E-Mail
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Geschrieben von Jürgen Feuerstake   
Mittwoch, 11. Juli 2007

DMC Jugendarbeit

Interview mit Daniel Haas
zur Jugendförderung und dem Kyosho-
Engagement für die Nitro-Jugendtage
„GOOFY 2007“

Daniel Haas

Anlässlich der INTER-
MODELLBAU Dortmund fanden mehrere Gespräche des Jugendreferenten im DMC mit Vertretern der Modellbauindustrie statt. Im Mittelpunkt standen dabei Diskussionen zu den Möglichkeiten der Nachwuchsförderung im DMC und seinen angeschlossenen Ortsverbänden.

Mit der Kyosho-Deutschland GmbH konnten bereits konkrete Maßnahmen für 2007 verein-
bart werden, darüber wurde bereits an anderer Stelle berichtet.

Mit Daniel Haas, dem Leiter des Eventmanage-
ments bei Kyosho-Deutschland führte ich kürz-
lich ein Gespräch zur Philosophie des Unter-
nehmens in Sachen Jugendförderung.
Die wesentlichsten Aussagen könnt Ihr hier nachlesen.

J.F.
Daniel, hinter Kyosho liegt eine erfolgreiche Saison 2006 und auch auf den Messen sind die Kyosho-Neuheiten, besonders im Car-Segment, ständig dicht umlagert. Richtet sich die Aufmerksamkeit von Kyosho nun hauptsächlich an die quasi professionellen Piloten und Teamfahrer?

D.H.
Natürlich ist Kyosho stolz auf seine Erfolge. Die besondere Förderung guter Fahrer in Deutschland, aber auch weltweit, dient natürlich dazu, zu beweisen, dass unsere Fahrzeugkonstruktionen zur absoluten Weltspitze gehören. Die enge Zusammenarbeit ist auch deshalb wichtig, da die vielen Erfahrungen der Fahrer, die am Limit fahren, für uns eine wertvolle Rückkopplung für die Weiterentwicklungen darstellen. Und genau hieraus resultieren aber auch unsere Möglichkeiten Konstruktionen – und zwar wettbewerbsfähige – für das weitaus größere Segment der Hobbyfahrer, Newcomer und zur Nachwuchsförderung anzubieten.

J.F.
Nachwuchsförderung ist ein gutes Stichwort. Was tut Kyosho in diesem Bereich?

D.H.
Nun natürlich sehen wir unsere Hauptaufgabe in der Bereitstellung entsprechender Fahrzeuge. Für die Wettbewerbsklasse OR 8 gibt es einige RTR-Modelle, die zu einem wettbewerbsfähigen Preis den Anfänger in die Lage versetzen mit einem Komplettangebot, also Auto und RC-Anlage, möglichst unkompliziert und schnell an Rennen teilnehmen zu können. Auch für den mehr und mehr attraktiveren Bereich der Truggies arbeiten wir in dieser Richtung. Darüber hinaus richten wir aber auch eine ganze Reihe von Veranstaltungen aus, deren Publikumswirksamkeit das Interesse von Jugendlichen am RC-Car Rennsport wecken soll.

J.F.
Das Angebot an Fahrzeugen ist ja nun durchaus nicht schmal und Rennveranstaltungen führen auch die anderen Hersteller durch. Das Problem für den Anfänger besteht ja nicht nur in der schwierigen Wahl des richten Einsteigerangebotes, sondern eher in der sich daran anschließenden Praxis des Umgangs mit der Technik, der Aneignung fahrerischer Routine usw. Wie hebt sich Kyosho denn hier von den anderen Herstellern ab?

D.H.
Richtig. Das ist ein Problem aller Hersteller. Natürlich versuchen wir die an uns gestellten Fragen so gut wie möglich und so schnell wie möglich zu beantworten. Aber es ist eben so,


dass eine Antwort sofort zig weitere Fragen hervor ruft und damit sind unsere Möglichkeiten einfach überfordert. Wir können nicht auf der einen Seite die elementaren Grundlagen vermitteln, die z. T. Bestandteile des Schulunterrichtes in Naturwissenschaften und Technik waren aber oft durch mangelnde Praxisbezogenheit wohl nicht zu den Aha-Erlebnissen der Jugendlichen geführt haben. Auf der anderen Seite können wir auch nicht aus der Ferne jede Detailfrage wirklich erfolgreich beantworten. Selbst wenn uns jemand ein komplettes SetUp seines Autos senden würde, könnten wir dennoch nur Vermutungen anstellen, warum dieses oder jenes Fahrverhalten nicht funktioniert, da weder die Strecke noch das spezifische Fahrvermögen des Fahrers bekannt ist. Wer also wirklich ernsthaft an diesem Hobby interessiert ist und auch seine Erfolge im Wettbewerb mit anderen messen möchte, dem sei immer der Anschluss an einen entsprechenden Verein geraten. Der DMC ist ja dafür der richtige Ansprechpartner.

J.F.
Bedeutet das, ohne einen Verein ist das Hobby oder der Einstieg in den RC-Car Rennsport ziemlich sinnlos?

D.H.
Natürlich nicht. Aber die Vorteile überwiegen eben. Einmal der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten, die permanente Lernmöglichkeit von erfahrenen Vereinsmitgliedern und nicht zu vergessen, dass über viele Vereine auch eine günstige Versicherung angeboten wird.
Ein ca. 3 kg schwerer Buggy mit einer Geschwindigkeit von sagen wir mal 50 km/h kann schon erhebliche Verletzungen hervorrufen.

J.F.
Daniel, Du sprachst den DMC an. Was kann denn aus der Sicht eines Herstellers hier noch mehr für die Nachwuchsförderung getan werden?

D.H.
Ich kann nur für Kyosho reden. Wichtig erscheint mir die Schaffung von öffentlichen Erfolgserlebnissen für den Nachwuchs. Natürlich kann immer nur eine Person z.B. Deutscher Jugendmeister werden, ich glaube, diesen Titel gibt es offiziell gar nicht. Wäre doch aber nicht schlecht und ein Ansporn für die Altersklasse. Diesbezüglich könnte der Dachverband vielleicht noch wirksamer werden. Spezielle Jugendveranstaltungen werden ja vom DMC bereits veranstaltet, hier sind wir immer zu einer Kooperation im Rahmen unserer Möglichkeiten bereit.

J.F.
Ist das der Grund für das Kyosho-Engagement zu den Nitro-Jugendtagen GOOFY 2007 im August dieses Jahres?

D.H.
Ja. Wir finden die Idee einer speziellen Jugendveranstaltung im Off Road sehr interessant und haben uns deshalb zu einer aktiven Unterstützung entschieden.

J.F.
Was bedeutet denn aktiv?

D.H.
Eben mehr, als das Spenden eines Preises oder der Beteiligung an der Bandenwerbung etc. Wir werden mit unseren Spezialisten vor Ort sein und in Workshops Praxiswissen vermitteln und Fragen zu beantworten. Das soll ein intensiver Beitrag zu Deiner früheren Frage zu dem „Was kommt nach dem Kauf?“ sein. Wir werden zu der Veranstaltung auch in unseren Medien berichten, unserem „Power & Action“ Journal zum Beispiel.

J.F.
Das hört sich gut an und wird sicher gerade bei den Newcomern gut ankommen.

Daniel, vielen Dank für das Gespräch.

 

 Jürgen Feuerstake
Referent Jugend im DMC