Vom 06. bis 07.06.2009 fand in Leipzig der 3. SM Lauf der Saison 2009 statt. Gastgeber war der MRC Leipzig e.V..
Das RBB Webteam war wie immer vor Ort und hat das Wochenende in stillen und bewegten Bildern festgehalten.
Da dieses Rennwochenende unter einem besonderen Zeichen stand, verdient es auch eine extra Headline:
Hohe Zeit im R/C Car Off Road Rennsport in Leipzig
Eigentlich war alles wie immer in der Vorbereitung zum 3.
Lauf der Ostdeutschen Meisterschaft in den Klassen OR 8 und ORT in dieser
Saison. Die Wetterprognose signalisierte Regen ...
Doch für ein Team waren die Vorbereitungstage durchaus
intensiver:
Auto mit Auto beladen und ab zum Austragungsort ist der
übliche Weg. Aber Auto mit Auto beladen und schnell noch die Heirat besiegeln
lassen und dann aber los zum Austragungsort, dazu gehört schon
R/C-Hardcore-Feeling. Und deshalb muss dieser Bericht beginnen mit: Herzlichen Glückwunsch an Andrea und Sven
Schlautmann!
Doch es sollte noch besser kommen. Am Samstag wurde intensiv
immer wieder neu trainiert. Immer wieder neu deshalb, da der Track durchaus ein
Eigenleben hatte und dort wo eben gerade noch kein Stein lag plötzlich einer
war und Löcher offensichtlich ein Geburtswochenende hatten. Also nicht so
einfach eine Ideallinie zu finden. Etliche Teams hatten den Track vom
Bahneröffnungsren-
nen und dem Cool Down Race im letzten Jahr in durchaus
besserer Erinnerung und die Off Road Abteilung des MRC wurde um eine wertvolle
Erfahrung reicher: Naturbahn kommt nicht davon, dass die Natur es schon
richtet.
Pünktlich zum Ende des freien Trainings hin setzte dann auch
der versprochene Regen ein und der Track fing an fleißig Wasserlachen zu
sammeln. Da es auch nach mehreren kritischen Rundblicken des Rennleiters Peter
Leue nirgendwo aufhellte, wurde der Abbruch für den Samstag verkündet.
Nun ja, das war so nicht geplant aber erlaubte dem frischen
Ehepaar Schlautmann zum Sektempfang zu rufen. Der Duft eines brutzelnden
Schweines am Spieß tat das Übrige und schnell waren R/C-Cars und
Wetterbe-
dingungen vergessen und bis in den späten Abend demonstrierte die
Gruppe Ost der Off Roader ihre Spezialität: Richtig gut, ausgelassen und lustig feiern, s.a.
die Galerie
zu diesem Lauf.
Der Sonntagmorgen zeigte sich bei gutem Wetter, Sven Schlautmann meinte zwar es sind so
„Schwindelpollen“ in der Luft und das Stehen auf dem Fahrerstand könne evtl.
gefährlich sein. Da aber alle Anderen das nicht so dramatisch sahen, entschied
auch er sich für die Vorläufe. Eine gute Entscheidung, das SetUp des Autos
stimmte und der Rang 5 nach 3 Vorläufen zeugte von viel, viel Erfahrung (auch
bei der Bewältigung kleinerer Unpässlichkeiten).
TQ nach den Vorläufen war der amtierende Ostdeutsche Meister Andreas Koch vor
dem Deutschen Juniorenmeister Philip Rosenthal und Gerd Strenge, der hier in
Leipzig erneut seinen DEX408 auf Wettbewerbszuverlässigkeit testete.
Nachdem also die Vorläufe die Platzierung in den Finals sortiert
hatten, begannen mit dem 8-tel Finale bei immer löchriger Strecke die Läufe um
die Aufstiege bis zu zwei wirklich spannenden Halbfinalläufen. Im ½ B fuhr
Philip Rosenthal unangefochten eine Start-Ziel Sieg heraus und verpasste nur um
Bruchteile die 37 – Rundenmarke und damit 2 Runden Vorsprung vor den
Nächstplatzierten. Und hier gab es wirkliche Zweikämpfe zwischen Michael Schröder, Gottfried Müller und Ronny
Hoffmann, die genau in dieser Reihenfolge mit jeweils nur 3 … 4 Sekunden
Abstand nach 35 Runden über die Zielschleife fuhren. Auf Platz 5 lief der
Junior Oliver Krieg ein, eine beachtenswerte Leistung, wenn man bedenkt, dass
es seine erste Saison in der ODM ist, er mit seinem fahrerischen Talent aber
bereits mit dem Gesamtsieg im ThüringenCup des Vorjahres ein Achtungszeichen
setzte.
Im ½ A war wieder ein Start-Ziel Sieg an der Tagesordnung.
Sven „Schlauti“ Schlautmann siegte mit einer Rund Vorsprung vor Andreas Koch
dessen Platz 2 mehrfach während des Rennens von Gerd Strenge bedroht wurde, der
zum Schluss Rang 3, vor Tobias Rosenthal auf 4 und Tom
Gehler vom gastgebenden Club auf 5, erreichte. Pech in diesem
Halbfinale hatten die Fahrer Patryk Skrzypiec, der trotz genommener Auszeit mit
Tausch der Kupplung vorzeitig in Runde 26 ausfiel, genauso wie noch früher in
Runde 11 Alexander Breest.
Damit standen die Piloten für den Finallauf fest. Infolge
des besseren Halbfinalergebnisses stand Philip Rosenthal auf der Pool, gefolgt
von Sven Schlautmann und Michael Schröder. In der weiteren Reihenfolge Gottfried
Müller, Ronny Hoffmann, Andreas Koch, Gerd Strenge, Oliver Krieg, Tobias
Rosenthal und Tom Gehler.
Noch vor der Frequenzkontrolle fing aber über Philip Rosenthal der Pechvogel an, seine
Kreise zu ziehen und zwang erneut zu einer Auszeit. Ein stotternder Motor
bedeutete nichts Gutes und auch eine hektische Reparatur brachte keine richtige
Abhilfe, wie der weitere Verlauf des Rennens zeigte. Nachdem dem Start, Philip
gemäß dem Reglement von Startplatz 11, kam nahezu konstant in jeder Runde ein
Aus des Motors, was ihn letztendlich in Runde 11 zur Aufgabe zwang.
Vor diesem Hintergrund hatte Sven Schlautmann
von Anbeginn an freie Fahrt und verteidigte die Position 1 konsequent vor dem
attackierenden Gerd Strenge im ersten Drittel des Rennens. Der DEX 408 von Gerd
Strenge hatte aber auch bei diesem Rennen wohl keine rechte Lust zu einem Lauf
ohne Ausfall, nach 16 Runden kam das Aus. Michael
Schröder, auf 3 gestartet, hatte seine Probleme mit den
Löchern im Track. Der leichte Hyper rief einige Male nach dem Helfer und das
kostete Positionen. Zwischenzeitlich hatten sich Andreas Koch und Ronny
Hoffmann nach vorn geschoben und auch Tom Gehler
hatte sich mühsam durch den Verkehr von 10 auf die 6 im Einlauf gekämpft.
Unangefochten an der Spitze blieb aber Sven Schlautmann,
der nach 53 Runden als Sieger den Fahrerstand verlassen konnte und sich und
seiner Andrea als vom Adrenalin geplagter Pitfrau ein weiteres
Hochzeitsgeschenk machte. Auf Platz 2 lief Andreas Koch mit einer Runde
Rückstand ein, gefolgt von Ronny Hoffmann mit einer weiteren Runde Rückstand.
Im Detail gibt es das Finale und auch alle Subfinals hier.
Schon im zweiten Jahr fährt die Gruppe Ost ja auch die Meisterschaft in der Truggyklasse ORT aus. Wenn auch mit konstant kleiner Teilnehmerzahl, gab es hier am vergangenen Wochenende ebenso spannende Rennmomente.
Nach den Vorläufen stand Mirko Morgenstern für den Finallauf auf der Pool, gefolgt von Holger Schmidt, Eberhard Beck, Michael Herrmann, Peter Frank, Patrik White, Dieter Gusewski, Oliver Reimann, Dietmar Klötzler, Thomas Moeller, Peter Ehrhardt und Max Heydenreich. Während die Spitze dieses Feldes eigentlich mit Mirko Morgenstern - der zwar in Schwedt etwas Pech hatte – und Eberhard Beck keine Überraschungen bot, deutete die Besetzung mit 3 Fahrern aus dem gastgebenden Club auf Angriff.
Wie es Deutungen so an sich haben, sie gehen nicht immer auf, so war es dann auch beim Finallauf der Truggies. Nur Michael Herrmann vom MRC Leipzig konnte das Tempo mitgehen und fuhr die Trophäe des Drittplatzierten ein. Mit diesem Platz blieb er allerdings 2 Runden hinter Mirko Morgenstern, der souverän eine Start - Ziel Sieg in sauberer Fahrweise vor Eberhard Beck mit ebenso 2 Runden Rückstand auf Platz 2 heraus fuhr. Alle Details sind hier
zu finden.
Etwas eigenwillig muteten etliche Szenen des Truggylaufes
an, da man immer den Eindruck hatte, dass in den Fahrzeugen die Bremsen
eliminiert waren. Auch mit größerem Raddurchmesser und gut einem Kilo mehr an
Gewicht sollte ein Truggyrennen nicht aus „Niederbügeln“ der Mitwettbewerber
bestehen.
Hier, wie auch zu einigen anderen Momenten des
Rennwochenendes sollten bei den weiteren Läufen die Rennleiter konsequenter
einschreiten, z.B. ist die Boxengasse eigentlich doch nicht die
Beschleunigungsgerade und die Einnahme von Helferposten gehört nicht erst seit
2009 zum Regelwerk.
Zum Schluss gilt es dem Leipziger Club einen Dank für die
Ausrichtung und die nette Gastfreundschaft zum 3. Laufes auszusprechen. Mit sehr kleiner Besetzung in
Rennleitung und Zeitnahme war das sicher keine einfache Aufgabe.
Fur alle, die nicht dabei sein konnten, hier die Finals in bewegten Bildern: